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Zum Weiterlesen Wir haben für euch eine detailierte Zusammenfassung der geplanten Veränderungen in der Oberstufe zusammengestellt (hier klicken). Hier nun ein Artikel zum Thema Oberstufenreform. Darunter stehen einige Links zu anderen interessanten Homepages, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Zurück in die bildungspolitische
Steinzeit "Revolutionär", "zukunftsweisend" und "mutig" - das waren nur einige der Vokabeln, mit denen die SPD noch vor kurzem ihre bildungspolitischen Pläne für Schleswig-Holstein lobte. Und tatsächlich, erstmals schien in einem deutschen Bundesland die Abkehr von der Drei-Klassen-Schule und damit ein wirklicher Systemwechsel zum Greifen nah. Doch im Koalitionspapier, unter dem sich auch die Namen vieler SPD-Politiker finden, bleibt davon nichts mehr übrig. Die geringe Bedeutung, welche dem Thema Bildung in der großen Koalition zukommt, erkennt man schon an der Gliederung des Koalitionsvertrages: Erst unter Punkt vier, weit nach Themen wie "Verkehrsinfrastruktur", "Tourismus" oder "Verwaltungsreform" nehmen sich die Koalitionäre dem Thema Bildung und Wissenschaft an. Bereits nachdem man die ersten Sätze dieses Abschnitts gelesen hat, ist klar: Um die klamme Landeskasse nicht zu überfordern, wurde kurzerhand an einem Schulsystem festgehalten, dem jetzt schon mehrfach durch PISA attestiert wurde, dass es nichts taugt. Durch rückwärtsgewandte Veränderungen im Bereich der gymnasialen Oberstufe werden die Nachteile sogar noch verstärkt.
Der ein oder andere mag sich jetzt fragen: Aber war da nicht von einem nebeneinander von gegliedertem Schulsystem und Gemeinschaftsschule die Rede? Richtig, im Vertrag heißt es, alle Schulen hätten die Möglichkeit, sich zu Gemeinschaftsschulen zusammenzuschließen. So weit die Theorie. In der Praxis wird dies aber wohl kaum passieren, schließlich gibt es für die kommunalen Schulträger weder finanzielle Anreize noch Fördertöpfe für die Etablierung dieser neuen Schulform. Im Übrigen bleibt auch bei der Lehrerausbildung alles beim Alten: Pädagogen werden weiterhin streng nach Schulform sortiert ausgebildet; einen Gemeinschaftsschullehrer wird es auch in Zukunft nicht geben. Sollten also tatsächlich vereinzelt Gemeinschaftsschulen entstehen, so liegt es allein am Engagement der Lehrkräfte, ob sie es schaffen, die in der Ausbildung eingetrichterte Trennung der Schüler in drei Klassen zu überwinden. Das wird ihnen noch zusätzlich dadurch erschwert, dass schleswig-holsteinische Kinder auch weiterhin im Alter von neun Jahren eine Schulart-Empfehlung erhalten, die ihr weiteres Leben bestimmt. Große Veränderungen wird es dagegen in der Gymnasialen Oberstufe geben. Hier werden die zukünftigen Studentinnen und Studenten nicht mehr ab Klasse 12 Schwerpunkte setzten können; das Kurssystem wird abgeschafft. Wie in der Grundschule wird Schleswig-Holsteins Wissens-Elite bis zur dreizehnten Klasse Unterricht im Klassenverband genießen. Das spart zwar jede Menge Lehrerstunden, sorgt aber zwangsläufig für Einbußen bei der Qualität des Abiturs. Um eben die wieder zu verbessern, wird kurzerhand ein fünftes Prüfungsfach für die allgemeine Hochschulreife eingeführt. Die Antwort auf die Frage, wie die Qualität einer dreizehnjährigen Schulausbildung durch eine weitere Prüfung am Ende der Schulzeit verbessert werden soll, bleibt uns der Vertrag allerdings schuldig. Klar ist auch, dass wir uns demnächst auf Studiengebühren einstellen können. "Bei der Einführung von Studiengebühren wird Schleswig-Holstein keine Vorreiterrolle übernehmen, aber auch keine Insellösung zulassen. Vor einer Entscheidung wird die Entwicklung in den norddeutschen Ländern abgewartet." heißt es dazu im Koalitionsvertrag. Im Klartext: Wenn demnächst die CDU-regierten Länder Hamburg und Niedersachsen - und das werden sie - im großen Stil Studiengebühren einführen, wird Schleswig-Holstein das auch tun. Demnächst müssen sich also auch bei uns junge Menschen für ihre Ausbildung verschulden. Für uns Schüler gibt es momentan
nur eine Möglichkeit, die Pläne der Landesregierung zu verhindern:
Wir müssen gegen diese Rolle rückwärts in der Bildungspolitik
entschlossen kämpfen. Das bedeutet eine klare Positionierung der
Landesschülervertretung aber auch der Schülervertreterinnen
und Schülervertreter in den einzelnen Schulen für eine mutigere
und konsequentere Bildungspolitik. Die Regierungsparteien müssen
spüren, dass sie ihre Pläne nicht ohne Widerstand durchsetzen
können. Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD als pdf-Datei Pressemitteilung des Bildungsministeriums zum 4. Eckpunktepapier zur Bildungspolitik |
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